Begabtenförderung

Neben dem BAföG gibt es zusätzliche Wege zu einer finanziellen Förderung eines Studiums. Das BMBF finanziert maßgeblich auch die Begabtenförderung und regelt deren Grundsätze.

Stipendienkultur in Deutschland fördern

Politik, Hochschulen und Wirtschaft sollten das Begabungspotential in unserem Land gezielt fördern und eine vorausschauende Talent- und Personalpolitik betreiben. Dazu gehört insbesondere die Vergabe von Stipendien. Mit www.stipendienlotse.de bringt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Ordnung in das unübersichtliche System der deutschen Stipendienlandschaft und gibt zugleich den Startschuss für eine neue Stipendienkultur.

Begabtenförderung im Hochschulbereich

Als Alternative zu einer Ausbildungsförderung durch das BAföG gibt es auch den Weg einer Unterstützung durch eines der zwölf Begabtenförderungswerke

Studierende aus dem in §8 BAföG genannten Personenkreis können auch eine Begabtenförderung erhalten. Die Sätze und die Laufzeit sind an das BAföG angelehnt. Das Stipendium muss nicht zurückgezahlt werden. Zusätzlich wird ein ideelles Förderprogramm angeboten.

Voraussetzung für eine Förderung ist eine besondere Befähigung der Studierenden, deren Begabung und Persönlichkeit besondere Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Neben überdurchschnittlichen Leistungen in Schule und Studium wird auch gesellschaftliches Engagement erwartet. Die Bewerbungsverfahren sind unterschiedlich, die meisten Werke lassen eine Selbstbewerbung zu. Zur Aufnahme in ein Stipendienprogramm durchlaufen alle Bewerberinnen und Bewerber ein Auswahlverfahren. Während der Förderung beraten und begleiten die Begabtenförderungswerke ihre Stipendiaten durch Mitarbeiter der Werke und Vertrauensdozenten am Hochschulort. Grundlage der Förderung ist eine für alle zwölf Werke geltende Richtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Werke unterscheiden sich durch ihre jeweilige weltanschauliche, politische oder konfessionelle Ausrichtung und setzen dementsprechend unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte.

Eine Doppelförderung durch Leistungen nach dem BAföG und die Begabtenförderungswerke ist nicht möglich: Bei einer Förderung durch die Begabtenförderungswerke ist die Finanzierung durch BAföG-Leistungen nach §2 (6) BAföG ausgeschlossen.

Zusätzlich zu den Leistungen nach dem BAföG kann eine Förderung durch das Deutschlandstipendium erfolgen. Das Deutschlandstipendium ergänzt die bestehende Studienfinanzierung mit einem neuen Ansatz. Die Stipendien werden von privaten Geldgebern und dem Bund gemeinsam finanziert. Der private Teil der Stipendienmittel in Höhe von 150 Euro monatlich wird durch die Hochschulen eingeworben und vom Bund um 150 Euro aufgestockt. Damit kann das Programm der Einstieg in eine von breiter gesellschaftlicher Verantwortung getragene Stipendienkultur in Deutschland sein. Das Deutschlandstipendium richtet sich an begabte und leistungsstarke Studierende. Es wird nicht auf die BAföG-Leistungen angerechnet, so dass Studierende beide Fördermöglichkeiten gleichzeitig ohne Abschläge in Anspruch nehmen können. Beginn des Programms ist Sommersemester 2011.

Weitere Informationen finden Sie unter www.deutschland-stipendium.de.

Aufstiegsstipendium

Das Programm Aufstiegsstipendium fördert die Aufnahme eines Hochschulstudiums von berufserfahrenen Fachkräften.Die Aufstiegstipendien sind ein Kernelement der Qualifizierungsinitiative für Deutschland. Sie sollen die besonderen Bildungsanstrengungen von beruflichen Talenten würdigen, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung erhöhen und dem drohenden Fachkräftemangel begegnen.

Das Programm richtet sich an beruflich besonders Begabte, die ihre Hochschulzugangsberechtigung durch mehrjährige Berufserfahrung, Anerkennung einer besonderen fachlichen Begabung (Begabtenprüfung, Eignungsprüfung) bzw. eine berufliche Fortbildung (Techniker, Meister oder vergleichbaren Abschlüssen) erworben haben. Doch auch diejenigen, die vor, während oder nach ihrer Ausbildung die Hochschulzugangsberechtigung erlangt haben (z.B. an einer Fachoberschule) sind grundsätzlich förderberechtigt.

Die Gewährung eines Aufstiegsstipendiums und eine andere Studienförderung aus öffentlichen Mitteln schließen sich gegenseitig aus.