Auslandsförderung

Unter bestimmten Bedingungen kann auch eine Ausbildung im Ausland gefördert werden.

Grundlagen sind § 5 BAföG, § 16 BAföG. Für eine Ausbildung im Ausland wird Förderung beim Vorliegen besonderer Voraussetzungen gewährt:

  1. Innerhalb der Europäischen Union und in der Schweiz kann eine Ausbildung an Berufsfachschulen, mindestens zweijährigen Fachschulen, Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen von Beginn an bis zum Erwerb des ausländischen Ausbildungsabschlusses gefördert werden.
  2. Auslandsausbildungsaufenthalte im Rahmen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen einer inländischen und einer oder mehreren ausländischen Ausbildungsstätten können für die jeweilige Dauer der Auslandsaufenthalte gefördert werden.
  3. Auslandsausbildungsaufenthalte, die im Rahmen einer Inlandsausbildung außerhalb der EU durchgeführt werden, sind für die Dauer von einem Jahr bzw. bei Vorliegen besonderer Gründe für maximal zweieinhalb Jahre förderungsfähig; finden sie innerhalb der EU oder der Schweiz statt, gilt diese Beschränkung nicht.

Nach den Nummern 2 und 3 gefördert werden kann der Besuch von Schulen, die Schulen mit gymnasialer Oberstufe ab Klasse 11, bestimmten Berufsfachschulklassen, mindestens zweijährigen Fach- und Fachoberschulklassen, Höheren Fachschulen, Akademien oder Hochschulen gleichwertig sind, nicht jedoch der Besuch anderer Ausbildungsstättenarten wie z. B. Abendgymnasien und Berufsaufbauschulen. Soweit die Hochschulzugangsberechtigung nach 12 Schuljahren erworben werden kann, ist eine Förderung für einen Auslandsaufenthalt ab Klasse 10 möglich.

Ein Auslandsausbildungsaufenthalt nach Nummer 3 kann außerhalb der EU nur gefördert werden, wenn die Ausbildung im Ausland nach dem Ausbildungsstand förderlich ist (d. h. regelmäßig Grundkenntnisse in einem mindestens einjährigen Studium im Inland erworben wurden) und mindestens teilweise auf die Inlandsausbildung angerechnet werden kann. Das Anrechnungserfordernis entfällt bei Schüler/innen von Schulen mit gymnasialer Oberstufe und bei Schüler/innen von Fachoberschulklassen.

Auslandsausbildungsaufenthalte müssen eine Mindestdauer von sechs Monaten oder einem Semester bzw. zwölf Wochen (Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation) aufweisen. Stets erforderlich sind ausreichende Kenntnisse der Unterrichts- und Landessprache.

Auslandspraktika können gefördert werden, wenn sie im Zusammenhang mit dem Besuch einer im Inland gelegenen Höheren Fachschule, Akademie oder Hochschule durchgeführt werden und die besonderen Förderungsvoraussetzungen für Auslandspraktika erfüllt sind. Dazu gehört, dass das Praktikum für die Durchführung der Ausbildung erforderlich und in den Ausbildungsbestimmungen geregelt sein muss. Ferner muss die vorgeschriebene Dauer mindestens zwölf Wochen betragen und das Auslandspraktikum muss nach dem Ausbildungsstand förderlich sein. Zudem muss die Ausbildungsstätte bzw. die zuständige Prüfungsstelle anerkennen, dass die Praktikantenstelle den Anforderungen der Prüfungsordnung genügt.

Auslandspraktika können auch im Zusammenhang mit einer Berufsfachschulausbildung gefördert werden, sofern es sich um den Besuch einer Berufsfachschulklasse nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAföG handelt und die Durchführung des Praktikums nach dem Unterrichtsplan zwingend im Ausland vorgeschrieben ist (§ 5 Abs. 5 Satz 1 BAföG). Dasselbe gilt für mindestens zweijährige Fachschulen.

Zuschläge zum Bedarf

Bei einem Ausbildungsaufenthalt im Ausland werden zusätzlich zu den Bedarfssätzen für nicht bei den Eltern wohnende Auszubildende folgende Zuschläge zum Bedarf geleistet:

  • für nachweisbar notwendige Studiengebühren bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr,
  • für Reisekosten:
    • bei Studierenden innerhalb Europas: für eine Hin- und eine Rückfahrt je Fahrt 250 Euro,
    • bei Studierenden außerhalb Europas: für eine Hin- und eine Rückfahrt je Fahrt 500 Euro,
    • bei Schüler/innen innerhalb Europas: für eine (in Härtefällen zwei) Hin- und Rückfahrt(en) pro Schuljahr je Fahrt 250 Euro,
    • bei Schüler/innen außerhalb Europas: für eine (in Härtefällen zwei) Hin- und Rückfahrt(en) pro Schuljahr je Fahrt 500 Euro,
  • für eventuelle Zusatzkosten der Krankenversicherung bei Studierenden (monatlich bis zur Höhe des Krankenversicherungszuschlags nach § 13a BAföG),
  • für höhere Lebenshaltungskosten bei Studierenden außerhalb der EU und der Schweiz je nach Land differierende Auslandszuschläge.

Studierenden gleichgestellt sind hier alle Auszubildenden, deren Bedarf sich nach § 13 BAföG bemisst. Die genannten Zuschläge werden grundsätzlich in derselben Form wie die Grundförderung geleistet. Einzige Ausnahme ist der Zuschlag für die Studiengebühren, er wird stets in voller Höhe als Zuschuss gewährt, muss also später nicht zurückgezahlt werden.

Wichtig:

Die höheren Förderungssätze bei einer Ausbildung im Ausland können dazu führen, dass auch solche Auszubildende während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten.

Zusätzlich sei darauf hingewiesen, dass in Ausnahmefällen eine Förderung von Deutschen mit ständigem Wohnsitz im Ausland erfolgen kann, wenn sie dort oder von dort aus in einem ausländischen Staat eine Ausbildungsstätte besuchen.

Auslandsämter

Für die Förderung einer Auslandsausbildung sind bestimmte Förderungsämter als Auslandsämter zuständig. Jedes der insgesamt siebzehn Auslandsämter ist für einen bestimmten ausländischen Staat oder mehrere ausländische Staaten zuständig. Welches Amt über die Förderung Ihrer Auslandsausbildung entscheidet, erfahren Sie unter  Antragstellung: Studium im Ausland. Anträge auf Auslandsförderung sind bei dem entsprechenden Auslandsamt mit dem Formblatt 6 zu stellen.

Wichtig:

Die Anträge auf Auslandsförderung sollten mindestens sechs Monate vor Beginn des geplanten Auslandsaufenthalts gestellt werden.